Grundstückgewinnsteuer — Das Wichtigste in Kürze

Die Grundstückgewinnsteuer (GGSt) ist eine kantonale Steuer auf den Gewinn aus dem Verkauf von in der Schweiz gelegenen Grundstücken. Sie wird sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen auf den Gewinn aus Immobilienveräusserungen erhoben — unabhängig davon, ob die Liegenschaft im Privatvermögen oder Geschäftsvermögen gehalten wird (je nach Kanton und Systematik).

Steuerbarer Gewinn

Steuerbarer Grundstückgewinn = Verkaufspreis minus Anlagekosten. Anlagekosten umfassen:

Werterhaltendes Aufwand (laufende Reparaturen) ist in der Regel nicht bei der GGSt, sondern im Rahmen der Einkommenssteuer abzugsfähig.

Haltedauerrabatte — Der wichtigste Hebel

Fast alle Kantone gewähren Rabatte auf der Grundstückgewinnsteuer für lange Haltedauern. Typische Rabattstruktur:

Im Kanton Schwyz zum Beispiel wird bei über 20 Jahren Haltedauer ein Rabatt von 70% auf die Grundsteuer gewährt. Für langfristige Immobilienhalter kann der Steuerbetrag damit auf einen Bruchteil reduziert werden.

Reinvestitionsaufschub (Rollover-Relief)

Viele Kantone gewähren einen Reinvestitionsaufschub: Wenn der Erlös aus dem Verkauf einer Liegenschaft innerhalb einer bestimmten Frist (oft 2–5 Jahre) in eine andere gleichwertige Liegenschaft reinvestiert wird, kann die GGSt aufgeschoben werden. Dies ist besonders relevant bei Verkauf einer selbstbewohnten Liegenschaft und Kauf eines neuen Eigenheims.

Unternehmensbesteuerung vs. Monistische Kantone

Einige Kantone (monistisches System: Zürich, Waadt, Genf) erheben die GGSt auch bei Unternehmensveräusserungen von Immobilien aus dem Geschäftsvermögen — aber verrechnen diese mit der Einkommenssteuer. Andere Kantone (dualistisches System: Bern, Luzern) erheben GGSt und Einkommenssteuer separat, was zu einer Kumulation führen kann.

Quellengrundlage: Kantonale Steuergesetze (GGSt-Bestimmungen) · SSK-Kreisschreiben GGSt · Ausgewählte Merkblätter kantonaler Finanzdirektionen 2024.